Spezialisiert auf Schluckstörungen
Unsere speziell ausgebildeten Logopädinnen und Logopäden begleiten Betroffene und Angehörige bei einer Dysphagie – einfühlsam, kompetent und auf dem aktuellen Stand der Therapie.
Ein Wegweiser durch das Thema
Unsere Geschichte
Vor einigen Jahren trat eine Einrichtung an uns heran, die einen neuen Kooperationspartner für die Logopädie suchte. Das Haus hatte überwiegend Patienten, die mit einer Trachealkanüle versorgt und auf eine Beatmung angewiesen waren. Schnell wurde uns klar: Diese Patienten brauchen einen spezialisierten Therapeuten, und die vermittelten Ausbildungsinhalte reichen dafür oft nicht aus.
Wie es der Zufall wollte, fanden wir genau zu dieser Zeit einen Therapeuten, der seine berufliche Leidenschaft im Bereich der neurologischen Erkrankungen sieht. Schon bald entwickelten sich weitere Kooperationen mit Intensivpflege-Einrichtungen und Pflegediensten. Heute setzen wir ein Expertenteam von fünf Therapeuten ein und greifen extern auf ein Netzwerk aus Ärzten, Pflegekräften, Medizinproduktversorgern und Ernährungsspezialisten zu.
Die Angst im Umgang mit einer Dysphagie darf nicht zur Ohnmacht führen oder wichtige Maßnahmen aus Unkenntnis hinauszögern. Sollten Sie Beratung, Therapie und Unterstützung benötigen, dann zögern Sie nicht, uns anzurufen.

Fachtherapeutin Dysphagie · Praxisleitung
Essen mit einer Schluckstörung ist wie Laufen mit einem gebrochenen Bein. Raphaela Steinbrügge, Bona Lingua

Grundlagen
Der Begriff stammt aus dem Griechischen: „Dys“ bedeutet „schlecht“, „phagie“ steht für „essen“. Die Dysphagie bezeichnet also eine Störung beim Essen oder Schlucken – im Alltag spricht man von einer Schluckstörung.
Sie ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, was die Erkennung erschwert. Oft zeigt sie sich durch Verschlucken, Husten oder Ausspucken während oder nach dem Essen. Manche Betroffene zeigen jedoch kaum Anzeichen. Auch Gewichtsverlust, häufige Infekte, vermehrter Speichelfluss und Erschöpfung können Hinweise sein.
Hintergrund
Die Dysphagie zeigt sich meist als Symptom einer anderen Erkrankung. Die häufigste Ursache ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems – etwa ein Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Chorea Huntington oder ALS. Da am Schluckvorgang über 50 Muskeln beteiligt sind, sind häufig ältere Menschen betroffen.
Schlaganfälle sind die häufigste Ursache. Direkt danach tritt bei rund 50 % der Patienten eine akute Schluckstörung auf, etwa 25 % entwickeln eine chronische Dysphagie.
Parkinson-Patienten verschlucken sich durch die verminderte Muskelbeweglichkeit leicht. Frühe Beratung beugt Appetitverlust und Gewichtsabnahme vor.
Bei demenziellen Erkrankungen kommen zu Vergesslichkeit später auch Schluckstörungen hinzu. Auch hier begleiten wir Betroffene und Angehörige.
Zahlen
Die Häufigkeit hängt eng mit der Grunderkrankung zusammen. Man geht davon aus, dass mindestens 45 % aller Menschen über 75 Jahre betroffen sind.
Weitere typische Auslöser sind degenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson und ALS, Erkrankungen der Speiseröhre sowie onkologische Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. In seltenen Fällen handelt es sich um eine psychogene Schluckstörung nach einer traumatisierenden Erfahrung.
Einteilung
Neurogene Dysphagien sind Schluckstörungen infolge neurologischer Erkrankungen.
Hierzu zählen psychisch bedingte Schluckstörungen, etwa nach belastenden Erfahrungen.
Symptome wie unvollständiger Mundschluss, Mundatmung oder auffällige Lippen- und Zungenstruktur; begleitend sind Artikulationsstörungen sowie Zahn- und Kieferfehlstellungen möglich.
Krankheit oder Verletzung können den Körper allgemein schwächen und damit auch die Schluckfähigkeit stark beeinträchtigen.
Auslöser
Die Ursachen sind verschieden. Sehr häufig treten Schluckstörungen aufgrund einer neurologischen oder tumorbedingten Erkrankung oder eines Unfalls im Kopf-Hals-Bereich auf. Neurodegenerative Erkrankungen wie MS oder ALS haben fast immer eine Dysphagie zur Folge; Demenzerkrankungen lösen bei bis zu 80 % der Betroffenen eine Schluckstörung aus.

Prognose
Der Verlauf hängt von vielen Faktoren ab. Liegt eine fortschreitende neurologische Grunderkrankung wie Parkinson, Chorea Huntington oder ALS vor, kann es ohne ausreichende Behandlung zu einer deutlichen Verschlechterung kommen – bis hin zum vollständigen Unvermögen, über den Mund zu essen oder zu trinken.
War ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma der Auslöser, sind bei schneller, intensiver und häufiger Therapie gute Fortschritte möglich. Das Essen und Trinken aller Konsistenzen ist das oberste Ziel und kann in vielen Fällen vollständig wiederhergestellt werden. Auch bei demenziellen Erkrankungen ist ein früher, intensiver Therapiebeginn entscheidend.
Risiko
Klassische Risikofaktoren, die direkt zu einer Dysphagie führen, gibt es nicht. Bedeutender sind die Faktoren, die zu einer Erkrankung führen, die dann wiederum eine Dysphagie als Symptom zeigt – etwa Schlaganfälle oder Tumore, die bei ungesundem Lebenswandel (Rauchen, Übergewicht) häufiger auftreten. Allerdings steigen die Erkrankungszahlen auch bei gesunder Lebensweise.
Einige neurodegenerative Erkrankungen werden heute auch mit Vererbung in Verbindung gebracht. Vor allem aber steigt das Risiko mit dem Alter: Schätzungen zufolge leidet jeder sechste Mensch über 65 Jahre an einer Schluckstörung.
In Ihrer Nähe
Bona Lingua hat mehrere Logopäden auf die Dysphagie spezialisiert. Sie erreichen alle Praxen unter einer Nummer: 0511 - 655 80 773. Im Raum Hannover bieten wir auch Hausbesuche an.
Anzeichen erkennen
Die folgenden Beeinträchtigungen geben Hinweise auf eine Dysphagie:
Manche Patienten zeigen zunächst nur geringe Symptome. Bei einer „stillen Aspiration“ gelangen Speichel, Getränke oder Nahrung unbemerkt in die Lunge – oft fallen erst wiederkehrende Lungenentzündungen auf. Eine Aspiration kann lebensbedrohlich werden. Sprechen Sie uns frühzeitig an.
Untersuchung
Die Diagnostik kann durch Arzt oder Logopäde erfolgen. Zunächst werden in einem ausführlichen Gespräch Krankengeschichte und Symptome erfragt, danach Motorik und Sensorik im Gesicht und Mund überprüft.
Je nach Möglichkeit beobachtet der Logopäde das Schlucken verschiedener Konsistenzen (fest, krümelig, breiig, flüssig) auf Auffälligkeiten wie verlangsamtes Kauen, Nahrungsverlust durch die Lippen oder eine „feuchte“, belegte Stimme. Ergänzend sollte eine apparative Untersuchung erfolgen, etwa eine endoskopische Videoaufnahme (FEES) oder eine radiologische Untersuchung.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen. Da es meist um die Kräftigung der Muskulatur geht, sollte sie mindestens dreimal pro Woche stattfinden. Ist eine Verbesserung nicht möglich, findet der Therapeut Maßnahmen, um Fehlerquellen zu kompensieren – etwa eine Schlucktechnik oder die Anpassung der Nahrung.
Jede Behandlung wird individuell an Bedürfnisse und Störungsbild angepasst. Neben der Übungstherapie sind die Beratung von Patienten, Angehörigen und Pflegekräften sowie die enge Zusammenarbeit mit Physio- und Ergotherapie ein großer Bestandteil.
Nicht immer lässt sich eine Schluckstörung vollständig heilen. Dann ist das Ziel, die vorhandenen Möglichkeiten des Patienten zu nutzen, sodass etwa eine weitgehend selbständige Nahrungsaufnahme möglich bleibt.
Schweregrade
Versorgung
Die Pflege bezieht sich besonders auf den medizinischen Bereich, wenn der Patient mit einer Trachealkanüle und einer PEG versorgt ist. Der Umgang damit ist für Patienten und Angehörige zunächst fremd und sollte von einem Pflegeteam und Logopäden begleitet werden. Wichtig sind ein regelmäßiger Kanülenwechsel, eine gute Stomapflege und je nach Schweregrad eine regelmäßige Mundpflege.
Bei Wachkomapatienten und schweren neurodegenerativen Erkrankungen ist oft eine Beatmung notwendig; diesen Patienten steht eine 24/7-Pflegebetreuung zu. Auch die richtige Lagerung – besonders die Mobilisierung von Oberkörper und Kopf bei Schluckversuchen – ist entscheidend. Rund um die Pflege sollte immer ein Fachteam aufgebaut werden.
Therapiebausteine
In der funktionellen Dysphagietherapie stehen Übungen zur Muskelstärkung im Mittelpunkt. Oft arbeitet man über indirekte Ansätze, um einen Muskel im Hals- oder Kehlkopfbereich zu aktivieren. Die Stärkung der Atemmuskulatur ist wichtig, um verschluckte Flüssigkeit oder Nahrungsreste mit einem kräftigen Hustenstoß aus der Lunge zu transportieren. Zur Wiederherstellung der Sensibilität wird unter anderem mit Eis und Vibration gearbeitet.
Wichtig: Wir zeigen hier bewusst keine konkreten Übungen. Sie müssen immer gemeinsam mit einem Logopäden erarbeitet werden – eine Schluckstörung kann lebensgefährlich sein und gehört in gut geschulte Hände.
Alltag
Mit einer Dysphagie geht meist eine Anpassung der Ernährung einher. Je nach Schweregrad müssen Konsistenz und Nahrungsmittel individuell gewählt werden. Alle medizinisch-diätetischen Maßnahmen müssen vom Arzt angeordnet werden. Reicht die orale Ernährung nicht aus, wird oft vorübergehend hochkalorische Trinknahrung verordnet.
Gemeinsam mit dem Logopäden lassen sich individuelle Ernährungspläne erstellen – vom Pürieren der Nahrung über das Andicken von Flüssigkeiten bis zum Verzicht auf bestimmte Lebensmittel. Ist keine orale Ernährung mehr möglich, erfolgt eine enterale Ernährung über eine Magensonde.

Aus dem Team
Staatlich anerkannte Logopädin · B.Sc.
Schon während der Ausbildung haben mich die Dysphagie und das Trachealkanülenmanagement am meisten fasziniert. In knapp drei Jahren in einer neurologischen Klinik konnte ich auf der Stroke-Unit und in der Frührehabilitation täglich wertvolle Erfahrungen sammeln.
Zusätzlich habe ich mich fortgebildet, unter anderem in der fiberendoskopischen Evaluation des Schluckens (FEES) und im Trachealkanülenmanagement. Mir liegt am Herzen, meine Patienten nach den effektivsten Methoden zu behandeln und ihnen sowie ihren Angehörigen beratend zur Seite zu stehen.
Häufige Fragen
Eine Dysphagie ist eine Schluckstörung – eine Beeinträchtigung beim Transport von Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit vom Mund in den Magen. Sie tritt meist als Folge einer anderen Erkrankung auf, etwa nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen.
Typische Anzeichen sind häufiges Verschlucken oder Husten beim Essen, Speichel- oder Nahrungsaustritt aus dem Mund, eine belegte Stimme nach dem Schlucken, ungeklärter Gewichtsverlust sowie wiederkehrende Lungenentzündungen. Bei Verdacht sollten Sie ärztlichen oder logopädischen Rat einholen.
Die Erstberatung ist kostenfrei. Wir beraten Sie und Ihre Angehörigen unverbindlich rund um Diagnostik und Therapie – auf Wunsch auch, bevor eine ärztliche Verordnung vorliegt.
Für die Beratung benötigen Sie kein Rezept. Die eigentliche logopädische Therapie erfolgt auf ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung). Wir unterstützen Sie gern bei den nächsten Schritten.
Ja. Im Raum Hannover bieten wir bei Bedarf Hausbesuche an, etwa wenn ein Praxisbesuch nicht möglich ist. Sprechen Sie uns einfach telefonisch darauf an.
So früh wie möglich. Besonders nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma verbessert ein schneller, intensiver Therapiebeginn die Aussichten deutlich. Auch bei fortschreitenden Erkrankungen ist ein zügiger Start wichtig.
Rat und Hilfe
Bei allen Fragen zu Schluckstörungen sind der behandelnde Arzt und spezialisierte Logopäden die ersten Ansprechpartner. Wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre Angehörigen und kommen im Raum Hannover auch zu Ihnen nach Hause.